• Sunita Asnani

#5 Digital Twin / Part 2



Letzte Woche haben Joana und ich tagsüber weiter gearbeitet an den acht Bewegungsqualitäten von Laban (siehe #3 five movements) und wir haben erste Aufnahmen gemacht für das gemeinsame Thema des “Kunstzmittag” (siehe #4 kunst im coworking) von nächster Woche.


Was man sieht


Nachts haben wir mit der Projektion weitergearbeitet. Wir haben eine neue Einstellung gefunden, die mich fasziniert. Die Projektion ist nun nur noch auf dem Körper sichtbar, der Raum bleibt im Dunklen. Ich kann wählen, was ich als Performerin von mir zeige, welchen Aspekt der Bewegung ich enthülle, welchen ich verberge. Es ist eine Installation von Licht und Körper in einer Art Blackbox. Wenn das Deckenlicht angeht, und Joana’s ganzer Körper und ihre gesamte Bewegung für einen kurzen Augenblick sichtbar wird, wird im nächsten Moment der Dunkelheit klar, was die Projektion mir als Zuschauerin aufzeigt über die Bewegung. Oder was mir verborgen bleibt, wenn ich “alles” sehe.


Beim Zusammenschneiden der Aufnahmen fällt mir auf, dass das Video nun keine geradlinige Fortsetzung des “digitalen Zwillings” ist, wie vielleicht erhofft. Wir sind immer noch in der Phase von “Material sammeln”, und das Thema wohl eher am um – und einkreisen. Und das ist auch richtig so. Sonst sind wir irgendwann ein langweiliges Drehbuch am schreiben, in dem das Material zu früh einer Idee untergeordnet wird.